China



Unterwegs in Pingdu (3)


Hier ein völlig typisches Bild für eine chinesische "Kleinstadt". Haus an Haus, in Reih und Glied. Überall die großen Reklameschilder mit denen für uns unentzifferbaren Schriftzeichen. Es wimmelt vor Menschen, Fahrrädern, Dreirädern und uralten stinkenden und ständig laut hupenden Autos. Einige Menschen bewegen sich hektisch fort, andere sitzen vor ihren Häusern und beobachten das ganze Geschehen.
Außerdem noch überall zu sehen: Billardtische. Am Straßenrand oder auf extra dafür vorgesehenen Plätzen, aber natürlich draußen. Natürlich spielen nur chinesische Männer Billard. Wie so vieles ist auch Billardspielen bei Frauen verpönt. Das ist ein Männersport, das macht "frau" nicht. Ebenso Zigaretten rauchen oder Alkohol trinken (nur in kleinen Portiönichen mal geduldet von den Männern).
Verstößt eine chinesische Frau gegen die Regeln, gilt sie gleich als "Schlampe". Verstößt aber eine ausländische Frau gegen die Regeln (was haben sich die Chinesen gefreut, daß ich Billard gespielt und Bier getrunken habe) ist das "cool".
Dann bekamen wir einmal die Gelegenheit, die Oper von Pindu zu besuchen. Tagsüber, während den Proben. Es muß wohl gerade Pause gewesen sein, denn sie spielten gerade alle ein Brettspiel.
Daß die Chinesen viele und vor allem lange Pausen während der Arbeit machen, ist uns übrigens auch schon aufgefallen, als wir eine Behörde in Pingdu besuchten, da Shuhua eine Freundin besuchen wollte. Das einzige, das wir auf den Schreibtischen sahen, waren Tee, Zeitung und Zigaretten. Sonst waren die Schreibtische leergefegt. Die Mittagspause dauert immer so etwa 3 Stunden. Die Chinesen machen dann meistens einen Mittagschlaf (Chinesen können übrigens immer und überall schlafen).